Eine stattliche Zahl von rund 30 fröhlichen Jahrgängern fand sich auf dem Villmerger Dorfplatz ein für die Schulreise 2023. Es blieben 29 Minuten Puffer zwischen Besammlung und Abfahrt. Das diesjährige OK hat die Erfahrungen der vergangenen Jahre optimal in die Zeitplanung eingebaut. So blieb genug Zeit, um letzte Besorgungen im lokalen Gewerbe zu tätigen.
Mit dem Bus gings nach Wohlen, von da mit dem Zug nach Olten. Und von Olten nach … Oberbuchsiten. Nicht viele 82er haben jemals vorher von diesem Ort gehört.




Die Einöde im Solothurner Jura schien auf den ersten Blick nicht viel zu bieten. Nach ein paar Minuten (leichtem) Fussmarsch war aber klar, was der kulturelle Teil sein sollte: ein Besuch in Roger Federers Kaffeemaschinenfabrik. Zum Glück hats da auch ein WC.



Und eine Bar. Zum Leidwesen vieler krähten hier aber keine Zapfhähne, sondern es wurde Kaffee serviert. Flat White, Cappuccino, Cortado, Espresso und Kafi Gräm, die Auswahl war gross. Lediglich der Ruf nach einem Kafi Lutz blieb unerhört. Man ist ja auch im Kanton Solothurn. Einige Villmerger liessen es sich natürlich nicht nehmen, vor dem Kaffee nach alter Tradition anzustossen.

Auf einem Rundgang wurde den 82ern die Geschichte des Kaffees und des Kaffeekonsums erzählt. Auch wurde klar, wann der Kaffee wach macht und wann er für Schlaffheit sorgen soll. Die Gruppe war sich einig: Wir bleiben sicherheitshalber beim Bier!




Vielleicht hat aber der Kaffee auch unser Güüggen beeinflusst. War auf einem Bild doch klar ein Jahrgänger in eindeutiger Pose zu erkennen. Was war zuerst, Kaffee oder Güüggi? Huhn oder Ei? Man weiss es nicht.



Und damit gings zum Wunderwerk, das weltweit am Morgen aus Zombies einigermassen erträgliche Zeitgenossen macht: die Kaffeemaschine. Hübsch eingerichtete Beispielwohnungen illustrierten den technischen Wandel. Jahrgänger erkannten darin auch Pfannen, die noch heute im Gebrauch sind.



Die für 41-Jährige normalen Rückenschmerzen wurden am Ende des Rundgangs zumindest für die glücklichen 82er in den vorderen Reihen in Rüttelsitzen zum Verschwinden gebracht. Als Tipp für andere Jahrgangsvereine: Sobald Inkontinenz ein Thema wird, sollte man aufs Kino bei Jura verzichten.

Das Besucherzentrum von Jura ist nicht nur ein Erlebnisweg und ein Kaffeemaschinenladen mit Kaffeebar, es ist auch Roger Federers Estrich. Weil die bescheidenen Seeuferbauten des ehemaligen Wilhelm Tells des Tennis immer wieder auf Einsprachen stossen, muss er einige seiner Steine, Schälchen und Briefbeschwerer hier zwischenlagern. Auch seine Schränke durfte er hier abstellen. Immerhin erweist sich der abgetretene King of Courts als 82er im Herzen, auch wenn er ein Jahr zu früh geboren wurde.




Hocheffizient verliessen die 82er etwas früher als geplant das Fabrikgelände. Die SBB folgen aber (meist) dem Fahrplan, also blieb Zeit für eine Zwischenverpflegung auf dem beschaulichen Perron. Ein Stosstrupp besorgte Bier (Distanz: 1,6 km), aus der praktischen Kühltasche „Bereuter“ wurde ein kaltes Plättli improvisiert.


Oberbuchsiten – Olten – ? Wohin die Reise nun geht, blieb unklar. Am Verkehrsmittelpunkt der Schweiz blieb aber Zeit, die Vorräte aufzustocken, bevor ein kurzer Fussmarsch nach Trimbach (lokal Bewanderte meinten, da wolle man nicht sein) folgte. Ziel waren weder das bekannte Erlebnislokal Calypso noch der eben erst eröffnete Drogeriemarkt Müller, nein, die 82er gingen bowlen. Und zeigten bei Bier, Wein, Chips und Nüssli à discretion ungeahnte Talente.




17:30 war das frohe Kegeln vorbei, 17:42 fuhr der Bus nach Olten. Also hurtig Schuhe wechseln, Blasen leeren, zur Haltestelle eilen. Einmal mehr ging niemand verloren, und die bunte Truppe fuhr zum dritten Mal an diesem Tag im Bahnhof Olten ein.

Nun gings zurück ins Freiamt. Während der Fahrt kam eine junge Reisende in den Genuss einer vollen Ladung Gastfreundschaft der 82er. Den Wein konnte sie ablehnen, bei der Musik blieb ihr keine Wahl. Bestimmt hat sie ihr Abend-Date in Lenzburg davon überzeugen wollen, irgendwann einmal nach Villmergen zu ziehen. Weil da hat mans lustig!

Wo in Wohlen kann man mit einer Horde hungriger 82er kulinarisch umgehen? Dass es nicht der Bären sein wird, wurde schnell klar, als der Weg der Bünz entlang führte. Auch das Piccadilly Pub konnte es nicht sein, obwohl eine Handvoll Jahrgänger zur Sicherheit doch kurz persönlich nachschauen wollte. Der Weg endete in Tom’s Diner. Snackplatten, Burger und Getränke. Mehr braucht der 82er in diesem Moment nicht. Oder vielleicht noch 1, 2 Stühle zusätzlich. Aber mit kleinen Umbauarbeiten wurde auch dieses Problem gelöst. Wichtig, Jahrgängerin MB war es nicht!



Viele Ansprachen wurden versprochen, meistens haben sich die vorgesehenen Sprecher:innen aber etwas geziert. Da man nun aber vollständig im Restaurant versammelt sass, durfte Mario nun doch endlich was sagen. Er begrüsste alle anwesenden Jahrgänger, die frisch Dazugestossenen und auch die Schlagzeugverkäufer. Und trug innbrünstig vor, der Jahrgängerverein sei nicht nur für die Woche Fasnacht im Jahr 2032 da. Er sei mehr. Es gehe um Gemeinschaft, um Freude. Und Letztere sei den ganzen Tag spürbar gewesen. Fröhliche Gesichter, lachen, zuprosten. Eine typische Schulreise der 82er.

Last, but not least: Natürlich gings noch ein Haus weiter. Oder Häuser. Mehr oder weniger gerade, mehr oder weniger beschwingt. Aber sicher fröhlich und mit Erinnerungen an einen tollen Tag. Merci ans OK und bis 2024!

